Dezentrale Energieversorgung – was ist das? Unter dieser Leitfrage stand der Vortrag von Maik Kunzelmann im Erfolgsforum Rosenheim. Dabei zeigte der Leiter des VISUPROJEKT Instituts die zunehmende Notwendigkeit auf, sich in Zeiten der viel zitierten Energiewende ein möglichst homogenes Bild von den unterschiedlichen Möglichkeiten zu machen.

Bildschirmfoto MAIK_Vortrag KopieZuvor hatte Richard Schmid, Inhaber der Halfinger  Elektro Schmidt AG, anhand eines spannenden Videos auf die unterschiedlichen Interessenslagen hingewiesen, die zwischen Politik, Energiekonzernen und kreativen Energiekonzepten herrschen. Vielfältige Prozesse seien es, die im technologisch-ökonomischen Bereich auf Strukturen treffen, die zum einen vom Mangel an Umdenken und zum anderen vom Festhalten an alten Strukturen geprägt seien. Bestimmte bisher eine zentrale Energieversorgung aus Kohle, Gas und Kernkraft unser Leben, so gibt es heute zunehmend praxistaugliche Möglichkeiten einer dezentralen Energieversorgung. Maik Kunzelmann: „Sie ermöglichen die Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung vor Ort. Und das im Idealfall mit einem Volumen von 90 bis 100 %“ Dabei, so der Institutsleiter, entspreche der heutige Energieverbrauch nur einem winzigen Bruchteil vom insgesamt weltweit zur Verfügung stehenden Angebot natürlicher erneuerbarer Energien.

Bildschirmfoto 2014-06-25 um 17.15.39„Es ist der stetig wachsende Wunsch nach Autarkie bei permanent steigenden Energiepreisen, der den Menschen irgendwann keine andere Wahl mehr lassen wird, als sich Akkumulatoren-Schränke zum intelligenten speichern von Sonnenenergie ins Haus zu stellen“, so Maik Kunzelmann. Diese gibt es mittlerweile zu immer erschwinglicheren Preisen, mit Tendenz nach unten, was den Einbau gerade in Neubauten immer interessanter mache. Und da nicht nur Heizung und Warmwasser unseren Alltag bestimmen, kann Sonnenwärme sogar für Kälte sorgen. Mit dem Kälte Absorptionsverfahren, das schon 1862 auf der Weltausstellung in London vorgestellt wurde, ist es über Warmwasserkollektoren auf dem Dach möglich, sogar großflächige Gebäude zu kühlen und damit elektrische Klimaanlagen überflüssig zu machen.

Und welche Auswirkungen wird dies alles auf Wirtschaft und Gesellschaft haben? Maik Kunzelmann: „Um Veränderungen kommen wir nicht herum. Im Kern geht es darum, möglichst fließende Übergänge zu schaffen. Mit langsam sinkenden und zu kompensierenden Staatssteuern. Einem weiteren Rückbau von AKWs und Kohlekraftwerken und einer dem ganzen angepassten Unternehmenspolitik der Energieversorger. Denn Entwicklungen und Lösungen hin zu Veränderungen gehen nur gemeinsam. In einem Klima, das allen Beteiligten vor Augen führt, dass wir letztlich nur eine Erde haben auf der uns eines vereint: wir sind Menschen.“

Text: Rüdiger Lehmann, markenreich     Fotos: Frederik Hettich I-MOTION Film München