Maik Kunzelmann auf den Spuren ägyptischer Geschichte, Teil 3: Die Pyramiden bei Gizeh

Sie gelten als das älteste Weltwunder der Antike, die 4500 Jahre alten Pyramiden von Gizeh. Zusammen mit der großen Sphynx zählen sie seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Weshalb auch für Maik Kunzelmann das einzige Weltwunder, das die Jahrtausende überdauert hat, ein zentraler Punkt seiner Ägyptenreise war.

Gizeh_Blog1In der Nähe des heutigen Kairo gelegen, sind die drei großen Pyramiden in der 4. Dynastie zu Anfang der ägyptischen Hochkultur entstanden, etwa in der Zeit von 2600 bis 2500 v. Chr. Auch wenn wir sie heute als stufenförmige Pyramiden kennen, hatten Sie ursprünglich wohl eine glatte Oberfläche die mit Kalksteinplatten verkleidet war, deren Reste man an der Spitze der Chephren Pyramide noch heute sehen kann. Einst dienten die Pyramiden als Grabmale für die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos nach denen sie auch benannt wurden. Bis zum Mittelalter galt die Cheops Pyramide als höchstes Gebäude der Welt.

Annahmen und Mythen

Giseh_Blog_2Auch wenn immer noch nicht wirklich geklärt ist, wie der Bau der Pyramiden vonstatten ging, geht man heute davon aus, dass etwa 10.000 ägyptische Arbeiter, meist wohl Sklaven, die Pyramiden errichtet haben. Da weder das Rad noch der Flaschenzug zu dieser Zeit erfunden waren, nimmt die Wissenschaft an, dass die schweren Steine auf Schlitten über aufgeschüttete Rampen transportiert wurden. Und da die Arbeit nach oben hin, und damit auch die Steinmengen, immer weniger wurden, geht man davon aus, dass die Pyramiden mit diesen Mitteln in rund zwanzig Jahren gebaut werden konnten. Dennoch, oder gerade weil nach wie vor so viele Fragen offen sind, ranken sich bis heute zahllose Legenden und Mythen um den Bau und die Funktion der Pyramiden, auf die wir in der nächsten Blog-Ausgabe des Reiseberichts näher eingehen werden.

Ein herrschaftliches Königsgrab

Gizeh_Blog_4Die wohl bekannteste aller Pyramiden von Gizeh ist die 147 Meter hohe Pyramide des Pharaos Cheops, der von 2620 – 2580 v. Chr. regierte. Auf einem 1 km x 2 km großen Kalksteinplateau mit rund 3 Mio. Steinblöcken erbaut , wirkt ihr Innenleben fast wie eine kleine Stadt, die mit ihrer Galerie, der Königs- und Königinnengrabkammer sowie dem Totentempel ein herrschaftliches Königsgrab darstellt. Dementsprechend wurde auch dem ca. 2558 – 2532 v. Chr. lebenden Pharao Chephren die mittlere der 3 Gizehpyramiden erbaut. Noch sehr gut zu sehen sind an ihr die Vertiefungen der ehemals 23 überlebensgroße Pharaofiguren. Weiter nördlich der Chephren-Pyramide befindet sich die sehr bekannte, 73 Meter lange und 20 Meter hohe Sphinx mit ihrem Königskopftuch und der Uräusschlange. Sie wurde zur gleichen Zeit wie die Pyramiden erbaut und könnte ein Wächter für die toten Könige der Ägypter gewesen sein.

Interessante Funde in der Nähe

Gizeh_Blog_5Die dritte Pyramide von Gizeh, die Mykerinos Pyramide, ist nicht einmal halb so groß, wie die beiden anderen, während die vierte Pyramide als reine Grabkammer der Chentkaus 1., einer altägyptische Königin zum Ende der 4. Dynastie um 2620 bis 2500 v. Chr., angesehen wird. Vollständig mit Kalkstein verkleidet, mit dem Charakter einer zweistufigen Pyramide, wurde ihr eine Siedlung für die Priesterschaft und ein Schiffsgrab angefügt, so dass auch diese Grabkammer alle Eigenschaften eines vollwertigen Herrschaftsgrabes hat. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Funde von sechs Holzbooten in der Nähe der Pyramiden. In der näheren Umgebung der Pyramiden wurden weiterhin die Steinbrüche aus denen die Steine stammten und die Lagerplätze der Arbeiter gefunden. Am Fuße der Ebene befinden sich Tempel, in denen die toten Pharaonen auf ihre Reise nach dem Tod offenbar vorbereitet wurden.

Viele Rätsel bleiben

Gizeh_Blog_6Die Cheopspyramide ist die einzige der Pyramiden die über mehrere Grabkammern verfügt, mit einem Sarkophag in der Königskammer, der zwar geöffnet aber ohne Inhalt vorgefunden wurde. Aus den Grabkammern führen Schächte nach außen, die Vermutungen zufolge der Seele des Pharaos dabei helfen sollten, den Weg zum Himmel zu finden. Als 2002 ein Mini Roboter in den so genannten Gantenbrink Schacht geschickt wurde um eine Platte zu durchbohren, verfolgten dies weltweit Millionen Menschen live im Fernsehen. Man wurde Zeuge wie dahinter nur eine weitere Platte gefunden wurde, die den Weg versperrte. Anhand der ansonsten äußerst spärlichen Funde und Hieroglyphen über diese Zeit bleiben noch sehr viele Rätsel um die Pyramiden von Gizeh ungelöst.

Text: Rüdiger Lehmann        Fotos: Maik Kunzelmann

QUELLEN:

http://www.weltwunder-online.de/antike/pyramiden.htm
http://www.antike-weltwunder.de/die-pyramiden-von-gizeh/
http://www.weltkulturerbe.com/weltkulturerbe/afrika/pyramiden-gizeh.html